Wir leben in einer Welt, die von einer patriarchalischen Denkweise geprägt ist. Die christliche bzw islamistische Religion will uns glauben machen, dass EIN männlicher Gott im Himmel ist und unser Leben auf der Erde unvollkommen, nur eine Zwischenstation. Gott ist in der Welt nicht anwesend. Er hat sie erschaffen und sie dann verlassen. Und der Mensch ist zum Leben auf der Erde verdammt und soll danach streben in den Himmel zum Göttlichen zu kommen, nach dem Tod. Erfahren können wir Göttlichkeit auf der Erde nur durch Vermittler (die Priester), es ist eine passive Religion.Was wäre nun wenn es eine Religion geben würde, die das Weibliche dem Männlichen ebenbürtig sieht? Eine Religion, die sagt, die Götter sind hier auf der Erde, um uns herum. Die sogar sagt, die Göttin ist in jedem von uns. Wir können sie erfahren und erleben indem wir einfach nur dem Wind zuhören, die Waldluft riechen oder tief in uns selber nach ihr suchen. Eine Religion, in der wir direkten Kontakt zu den Göttern aufnehmen und damit aktiv unser Leben beeinflußen können, weil es eben nicht nur eine Warteschleife auf dem Weg zur Vollkommenheit ist. Das Leben selbst ist, wenn wir uns darum sorgen und es pflegen, die Vollkommenheit. Eine Religion, in der WIR unsere eigenen Tempel finden, sei es gedanklich in der Meditation oder ganz gegenständlich an einer Lichtung im Wald. Eine Religion in der WIR der Tempel sind. Die Naturreligion oder ihre organisierte Form, Wicca, ist so eine Religion. Was Leben im Einklang mit mir und der Natur für mich bedeutet, möchte ich hier erzählen. Ich möchte betonen, dass ich hier keine vollständige Darstellung des Glaubens und der Praktiken geben kann und möchte und verweise auf die Buchtips am Ende um sich mehr und kompletteres Wissen über Wicca anzueignen.
Frauen waren schon immer Mysterien. Ihr Zyklus, vorallem die Verbindung mit dem Mondzyklus, hat Männern schon immer Angst gemacht oder war ihnen zumindest unerklärlich. Früher, lange vor dem Christentum, gab es Religionen, in denen es deshalb die Frauen waren, die die Worte und den Willen der Götter verkündet haben. Sie waren heilige Priesterinnen der Isis (Ägypten), der Demeter (Griechenland) oder der Diana (Römisch). Ebenso gab es aber auch Männer, die in die Mysterien eingweiht waren und selber Priester waren. Sie nannten sich Schamanen oder Druiden. Frauen wie Männer meditierten mit den vier Elementen, deuteten Symbole und Zeichen der Zukunft und riefen die Götter um Hilfe und Rat an. Sie feierten ihre Feste im natürlichen Lauf der Jahreszeiten mit großen Ritualen und glaubten daran, dass alles dem ewigwährenden Kreislauf von Geburt, Reife, Tod, Ruhe und Wiedergeburt unterworfen ist. Dann kam das Christentum, dass alle Alten Religionen als unrein und heidnisch betitelte und keine andere Religion neben sich zuließ und welchem die Macht der Frauen ein Dorn im Auge war. Die Gründer des Christentums verstanden sehr schnell, dass sie diese Religionen nicht vollständig vernichten konnten. Sie waren daher so schlau, Symbole der Frauen und ihrer Religionen in die neue Religion zu intergrieren und zu bösen Symbolen zu machen. So wurde der gehörnte Gott, übrigens unter anderem der Gott der Ekstase und Lust, zum Teufel und das Pentagramm zu einem Zeichen des Okkulten anstatt der vier Elemente und des Geistes, der sie vereint. Sie waren so gut, dass viele Menschen bis heute glauben der Teufel sei ein christliches Symbol und nicht wissen, dass er dazu gemacht wurde und sehr viel älter ist. Die Priesterinnen und Druiden ehrten ihre Götter nun im Geheimen und waren fortwährenden Verfolgungen der Christen ausgesetzt. Ihren traurigen und unglaublichen Höhepunkt hatten diese Verfolgungen in den Hexenprozessen des Mittelalters. Rigoros wurde jeder und alles von der Inquisition getötet, der auch nur anders aussah oder das falsche Haustier hatte. Über 8 Millionen Frauen und über 9 Millionen Katzen wurden umgebracht. Danach existierten die Naturreligionen praktisch nicht mehr. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts lebten sie langsam wieder auf und in den 40iger Jahren traten Hexenmeister und Magier wie Gerald Gardner oder Zsuzsanna Budapest an die Öffentlichkeit. Ihre Arbeit gemischt mit Einflüßen aus Yoga, Buddhismus, Psycholgie, Mythologie, Volkspraktiken und vielen mehr bilden das moderne Wicca, wie wir es heute kennen. Eine lebendige, dynamische und kreative Religion, die die Frau als spirituelle Führerin ebenso verehrt wie die Natur als größte aller Lehrerinnen und beide als etwas heiliges ansieht. Wicca verlangt von uns unsere Schattenseiten anzuerkennen und von ihnen zu lernen. Es ist ein persönlicher Pfad der Selbsterforschung und des inneren Wachstums. Wicca ist eine Religion, die die innewohnende Göttlichkeit unserer Welt anerkennt, aber nicht als abstraktes Prinzip, sondern als lebendige Erfahrung.
Jeder muß bei den Naturreligionen selber wissen, wieviel und was er/sie für seinen Glauben machen möchte. Manche machen jeden Abend ein kleines Ritual, manche nur wenn sie etwas von ihren Göttern möchten, manche einfach spontan und manche führen Rituale nur zu den acht Feiertagen des Wicca-Glaubens aus. Diese großen acht Sabbate sind der 31. Okotber (Samhain, Tag der Toten, Jahresanfang), der 21. Dezember
(Wintersonnenwende, Tag des Ruhens), der 02. Februar (Lichtmess, Tag der Geburt, des Neubeginns), der 21. März (Frühlings-TagundNachtGleiche, Zeit des Wachsens), der 31. April (Beltane, Tag der Zusammenkunft), der 21. Juni (Sommersonnenwende), der 02. August (Lammas, Tag der Ernte, der Reife) und der 21. September (Herbst-TagundNachtGleiche). Auch hier gilt wieder, jeder kann diese Feiertage so begehen wie er/sie möchte. Ob man jetzt ein richtiges Ritual macht,
mit Anrufung, Bitten, Dankesworten usw. durchführt, nur in den Wald geht und dort ganz leise mit seinen Göttern Kontakt aufnimmt oder sich in einen Raum mit einer Kerze sitzt und meditiert, alles was einem selber gut tut ist richtig.
Oft beschäftigen sich Hexen auch mit verschiedenen Methoden um in die Zukunft zu schauen. Und, so sehr viele Menschen dem skeptisch gegenüber stehen, es funktioniert tatsächlich. Man muß sich nur vollkommen auf das einlassen was man tut und viel über sich selbst wissen oder bereit sein viel über sich zu erfahren. Den in die Zukunft zu sehen bedeutet hauptsächlich Dinge über sich und siene Verhaltensweisen zu lernen und sich dieser Dinge bewußt zu werden.
Man kann Runen werfen, Karten ziehen, Pendeln und noch einiges mehr. Meine Wahl der Divinationsmethoden ist das Tarot. Ich habe ein wunderbares Tarotdeck, das Tarot der keltischen Drachen, in dem die Karten detailreich und aufschlußreich gestaltet
sind. Ich lege mir allerdings keine großen Kreuze oder sonstige Legemethoden mit mehr als 4 Karten. Ich ziehe mir morgens eine Tageskarte und es ist erstaunlich wie oft das, was mir die Karte sagt, zutrifft. Ich zog mir eines Tages mal eine Karte die auf eine Heirat hindeutete und abends erzählte mir mein Freund dass sich sehr gute Freunde von uns verlobt hatten. Ob man jetzt einfach nur mehr darauf geachtet hat oder das alles Zufälle sind (ich glaube nicht an Zufälle), mag man diskutieren. Ich habe das auch schon anders rum gemacht, also mir abends meine Karte gezogen und den Tag revue passieren lassen und es klappte
trotzdem. Es gab eine Sache, die mir Angst gemacht hat. Ich zog nämlich am 26.12.04 die Karte "Der Turm", die auf eine Katastrophe hinweist. Abends erreichten uns die ersten Bilder der fürchterlichen Flutwelle, die Thailand traf......
Ich lege allen, die mehr über das Thema Wicca und moderne Hexen wissen möchten, die Bücher von Scott Cunningham und Silver RavenWolf ans Herz. Vorallem die zwei Trilogien von Silver (Zauberschule der neuen Hexen) sind eine große Hilfe für alleine praktizierende Hexen, die sich keinem Coven angeschlossen haben. Die meisten anderen, die auf dem Markt sind, beziehen sich oft auf Gruppenrituale oder Riten, die man nur in einem Coven durchführen kann. Da es aber grade in Deutschland kaum Coven gibt, sind diese Bücher zwar interessant zu lesen aber leider wenig brauchbar.