Königspython

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Der Königspython (und JA, es heißt DER Python) gehört zu den Riesenschlangen, wird aber "nur" 100-130cm lang. Er ist allerdings eine massive Schlange. Zum Vergleich: eine grade geschlüpfte Kornnatter bringt vielleicht so 6-8gramm auf die Waage, ein König 100gramm. Es sind extrem defensive Schlangen, sie rollen sich bei Bedrohung zu einem Ball zusammen um den weichen Kopf zu schützen. Deswegen werden sie in englischsprachigen Ländern auch Ballpython anstatt Royalpython genannt. Wo eine Kornnatter flippig und unruhig auf ein Rausnehmen (zum Füttern z.b.) reagiert, wartet der Python in seiner Defensivhaltung ab und ist deswegen auch angenehm handelbar. Er ist allerdings in der Haltung ein wenig anspruchsvoller als die Natter, was sich in viele Forenposts äußert, die von Futterverweigerern berichten. Auch hier gilt die unbedingte Empfehlung sich die Tiere beim Züchter vor Ort abzuholen und nicht auf Börsen zu kaufen. Genauso wie bei den Kornnattern gibt es jede Menge Züchter in ganz Deutschland. Und genauso wie bei der Kornnatter gibt es unglaublich viele Farb- und Zeichnungsvarianten, die bei den Königen Morphen genannt werden. Allerdings sind hier die seltenen Morphen deutlich teurer und können locker einen vierstelligen Betrag erreichen, bei ganz seltenen Morphen kann es auch schonmal in den fünfstelligen Bereich gehen. Diese Preise werden wohl hauptsächlich im Ausland erreicht, in Deutschland gibt es eher weniger Kunden, die soviel Geld bezahlen wollen/können. Bei den Königen gibt es Liebhaber der Naturform, Classic genannt, die jede Farbzucht ablehnen. Klar, ist eine schöne Classic auch ein wundervolles Tier, aber ich finde die Morphen interessanter und schicker. Nicht alle, Piebald ist überhaupt nicht mein Fall, ebensowenig die dunklen oder eher zeichnungslosen Tiere. Ich mag Morphen mit starken Kontrasten und knalligen Farben.

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Ich will hier nicht vollkommen ausführlich auf sämtliche Haltungsmöglichkeiten eingehen. Ich halte meine Pythons in der sog. Rackhaltung. Dabei leben die Tiere in geschlossenen Boxen je nach Tiergröße mit einem engen Versteck, Wasserschale und in der Häutungsphase mit einer Wetbox. Mit Hilfe von Heizmatten bzw. Heizkabeln wird ein konstantes Klima mit einem warmen und einem kühleren Bereich geschaffen in einer dämmrigen engen Umgebung. Der Königspython lebt in freier Wildbahn in Afrika in verlassenen Nager-und Termitenbauten und verlässt diese nur wenn er muss (zur Paarungszeit z.b. oder zur Futtersuche). In diesen Bauten herrschen ziemlich konstante Werte und es kommt nur wenig Licht herein. Somit simuliert man dem Python sein präferiertes Habitat. Früher war der König als schlechter Fresser verschrien. Diese Meinung änderte sich als die Rackhaltung hierzulande bekannter wurde und einige Halter diese ausprobierten. Es zeigte sich nämlich dass die Schlangen, wenn sie im Terrarium gar nicht oder nur manchmal ans Futter gingen, im Rack innerhalb von Minuten gefressen haben. Als Erklärung wird oft der "Sicherheitsgedanke" genannt, weil wenn sich ein Tier nicht sicher fühlt, dann frißt es eher schlecht, weil sein primäres Ziel ist eine sichere Umgebung zu finden und da wird der Hunger hinten angestellt. Das Rack scheint diesem Sicherheitsgedanken zu genügen. Es sollte allerdings jedem klar sein, dass man seine Tiere nicht oft sehen wird, wenn man die Rackhaltung betreibt. Wobei man einen König in einem gut eingerichteten Terrarium mit ausreichenden Versteckplätzen auch selten zu Gesicht bekommt. Ein Königspython, der andauernd im Terrarium zu sehen ist, befindet sich im Stress und sucht verzweifelt ein Versteck, welches ihm sicher genug erscheint. Da sollte dann dringend Abhilfe geschaffen werden! Eine Korkröhre ist als Beispiel KEIN gutes Versteck, da diese zwei Aus/Eingänge hat. Das Versteck für einen Königspython sollte nur eine Öffnung haben. Wer seine Könige im Terrarium hält sollte außerdem beachten, dass das Terrarium nicht zu hoch ausfällt, da die Tiere weder gut klettern können noch andauernd herumklettern. Der kurze Schwanz ist der Hinweis auf eine bodennahe Lebensweise und wenn das Terrarium höher als 60cm ist, kann sich das schwere Tier beim Abstürzen ernsthaft verletzen. Jungtiere klettern mehr als ausgewachsene Tiere, wer will kann ihnen also ein "Klettergerüst" zur Verfügung stellen und dem erwachsenen Tier dann ein flacheres Becken ohne viel Kletteräste.

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Wie schon erwähnt, gibt es auch beim Königspython zahlreiche Farb- und Zeichnungsmorphen. Diese werden sowohl rezessiv (z.B. Caramel, Albino, Piebald oder Clown) als auch co-dominant bzw intermediär (z.B. Mojave, Lesser, Pastel, Spider) vererbt. Rezessiv heißt, dass das Gen, um eine phänotypische (sprich sichtbare) Ausprägung zu erfahren, homozygot im Tier vorliegen muss. Bei den codominanten Morphen muss das Gen nur heterozygot vorliegen, damit das Tier so gefärbt/gezeichnet ist. Das bedeutet, dass man bei einer Verpaarung Classic und Pastel 50% Classictiere und 50% Pastels rausbekommt, natürlich nur laut statistischer Wahrscheinlichkeit :). Bei der Zucht mit codominanten Morphen ist man also viel schneller am Ziel, weil man nicht eine komplette Generation warten muss. Und es gibt unfassbar viele Kombinationsmöglichkeiten, so dass es mittlerweile vier- oder fünffach Morphen auf dem Markt gibt. Ich habe 2010 erstmal damit begonnen mir die für mich interessanten und meinem Geschmack entsprechenden Morphen und Kombinationen rauszusuchen (und die nicht in frage kommenden auszuschließen^^) und habe dann danach meinen Zuchtbestand zusammen gekauft. Mir war es wichtig, dass ich blutsfremde Tiere bekomme und nicht direkt mit einem Geschwisterpärchen anfange. Das hätte mir zwar einiges an Fahrerei gespart :), aber das wäre dann am falschen Ende gewesen. Ich habe mich auf folgende Morphen eingeschossen: eine Zeichungsvariante (Mojave), einen Zeichungsreduzierer (Pinstripe), eine besondere Farbe (Lesser), einen Kontrastgeber (Desert) und mehrere Aufheller (Pastel, Fire, Vanilla). Diese Morphen sind untereinander auch noch in drei- bzw vierfacher Variante wunderbar kombinierbar und machen nicht einfach nur helle Morphen mit undefinierbarer Zeichnung. Mein Bestand sieht zur Zeit folgendermaßen aus:

1.2 pastel, 1.1 lesser, 1.1 mojave, 0.2 classic, 1.0 pinstripe, 1.1 Fire, 0.1 Desert

Mit der Grundlage kann ich mir dann richtig schöne Doppelmorphen zum weiterzüchten machen wie zum Beispiel einen Pastave (Pastel/Mojave), einen Superpastel (Pastel/Pastel), einen Kingpin (Lesser/Pinstripe), Firefly (Pastel/Fire) oder eine Blue Eyed Lucy, eine komplett weiße Schlange mit blauen Augen (Lesser/Lesser oder Mojave/Mojave). Die ersten Verpaarungen finden Ende des Jahres statt *freu*. Wenn mein Geldbeutel mir hold ist und diese Morphe bei den Züchtern meiner Wahl fällt, dann bekomme ich dieses Jahr noch einen Desert Bock dazu.

Buchtip

Das Standartwerk für den ambitionierten Halter ist das Buch "Python regius" von Thomas Kölpin. Wirklich gute Informationen zu allen relevanten Themen, in der neuesten Auflage von 2008. Wer sich genauer mit den Farbmorphen auseinander setzen will, dem lege ich das Buch "Designer-Morphs" von John R. Berry ans Herz. In neuester Auflage von 2010 zeigt es alle denkbaren Kombinationen, die meisten davon in fantastischen Photos. Geniale Grundlage für Züchter und welche, die es werden wollen.

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